Hintergrund
Die Verkehrspolitik ist bestrebt, die verschiedenen Verkehrsmodi – motorisierter Individualverkehr (MIV), Fuss- und Veloverkehr sowie öffentlicher Verkehr (ÖV) – ihrem «Wesen» gerecht einzusetzen. Jeder Modus hat seine Daseinsberechtigung und weist spezifische Vor- und Nachteile für unterschiedliche Zwecke, Distanzen und Räume auf.
Trotz technischer Bemühungen, weniger geeignete Wege vom MIV auf ÖV, Fuss- oder Veloverkehr zu verlagern, bleibt die erhoffte Wirkung oft aus. Verhaltenspsychologische Ansätze erklären diese Rigidität durch Routinen in der Verkehrsmittelwahl, die über positive Assoziationen und Gefühle – sogenannte Verstärker – gelernt werden.
Mit der Zeit wird die Wahl des Verkehrsmittels automatisiert, Alternativen werden selten geprüft und Veränderungen wie längere Reisezeiten, höhere Kosten, weniger Parkplätze oder besseres ÖV-Angebot häufig kaum wahrgenommen. Erst im Umfeld von Lebensereignissen (z. B. Wohn- oder Arbeitsortswechsel) erhalten Alternativen mehr Aufmerksamkeit.
Verstärker, die für den MIV im Wettbewerb mit anderen Modi besonders bedeutsam oder einzigartig sind, können als nicht-technische Alleinstellungsmerkmale des MIV verstanden werden.
Ziel
Das Projekt soll technischen und insbesondere nicht-technischen Alleinstellungsmerkmale des motorisierten Individualverkehrs in der Schweiz identifizieren und empirisch bestätigen.
Vorgehen
Das Projekt umfasst eine systematische Literaturanalyse zur Identifikation technischer und nicht-technischer Alleinstellungsmerkmale des MIV, gefolgt von empirischen Erhebungen in der Schweiz (qualitativ und quantitativ). Die Ergebnisse werden zusammengeführt, analysiert und darauf aufbauend planerische Ansätze hergleitet zur wesensgerechten Einordnung des Autos ins Gesamtverkehrssystems.
Laufzeit
2024-2027
Partner
Das Projekt wird gemeinsam mit Ecoplan und intervista durchgeführt.
Links
https://www.aramis.admin.ch/Grunddaten/?ProjectID=55864
Kontakt
Prof. Dr. Claude Messner
Dr. Bettina Höchli